Anleitung wie messe ich Lauflernschuhe richtig

Bei Lauflernschuhen genügt es nicht, eine bekannte Konfektionsgröße nachzukaufen. Laufanfänger können Druck oder fehlenden Platz häufig noch nicht klar mitteilen, und ihre Füße verändern sich schnell. Diese Anleitung konzentriert sich deshalb auf die praktische Kontrolle eines konkreten Lauflernschuhs: von der Messung bis zur Laufprobe.

Vorbereitung: Das benötigen Sie

  • zwei Blätter Papier oder eine Messschablone,
  • einen dünnen Stift,
  • ein Lineal oder Maßband,
  • die Socken, die im Lauflernschuh getragen werden,
  • nach Möglichkeit die herausnehmbare Innensohle des Schuhs.

Schritt 1: Beide Füße unter Belastung messen

Stellen Sie Ihr Kind gerade auf das Papier. Das Gewicht sollte gleichmäßig auf beiden Füßen liegen. Zeichnen Sie jeden Fuß mit senkrecht gehaltenem Stift nach und messen Sie die Strecke von der Ferse bis zum längsten Zeh. Verwenden Sie für die Größenauswahl den längeren Fuß.

Schritt 2: Bewegungszugabe einplanen

Der Innenraum eines Lauflernschuhs muss länger sein als der gemessene Fuß. So kann der Fuß beim Gehen nach vorn arbeiten, ohne anzustoßen. Als Orientierung werden häufig etwa 10 bis 12 Millimeter verwendet. Sehr kleine, weiche Modelle oder unterschiedliche Sockenstärken können eine abweichende Zugabe sinnvoll machen. Prüfen Sie deshalb immer die produktspezifische Größentabelle.

Schritt 3: Innensohle und Innenlänge vergleichen

Ist die Innensohle herausnehmbar, stellen Sie den Fuß Ihres Kindes im Stehen darauf. Vor dem längsten Zeh sollte die geplante Zugabe sichtbar bleiben; der Vorfuß darf seitlich nicht überstehen. Fehlt eine herausnehmbare Sohle, verwenden Sie die angegebene Innenlänge oder ein geeignetes Innenmessgerät. Die Länge der Außensohle ist nicht aussagekräftig.

Schritt 4: Den Schuh richtig schließen

Öffnen Sie den Verschluss weit, setzen Sie die Ferse nach hinten und schließen Sie Klett oder Schnürung so, dass der Schuh sicher sitzt. Er darf weder auf dem Spann einschneiden noch so locker sein, dass der Fuß im Schuh nach vorn rutscht. Bei Klettverschlüssen sollte noch ausreichend Verstellweg vorhanden sein.

Schritt 5: Laufprobe statt Daumentest

Der klassische Druck mit dem Daumen auf die Schuhspitze ist unzuverlässig, weil Kinder ihre Zehen einziehen können. Beobachten Sie stattdessen einige Minuten lang das Gehen. Der Schuh sollte flach aufsetzen, nicht nach außen kippen und an der Ferse nur wenig Bewegung zeigen. Lassen Sie Ihr Kind auch wenden und in die Hocke gehen.

Breite und Spann nicht vergessen

Ein Lauflernschuh kann die richtige Länge haben und trotzdem zu eng sein. Achten Sie auf seitlichen Zehenraum, die Lage des Klettverschlusses und mögliche Abdrücke am Spann. Bei breiten Füßen ist eine großzügige Zehenbox hilfreich; bei schmalen Fersen muss der Verschluss den Schuh zuverlässig fixieren.

Woran erkennen Sie eine unpassende Größe?

  • Das Kind stolpert häufiger als sonst oder möchte nicht mehr laufen.
  • Die Zehen berühren die Schuhspitze oder stehen seitlich über der Innensohle.
  • Nach dem Tragen entstehen rote Stellen oder tiefe Sockenabdrücke.
  • Die Ferse rutscht deutlich, obwohl der Verschluss korrekt eingestellt ist.
  • Der Schuh lässt sich nur mit Druck anziehen oder kaum schließen.

Wann erneut messen?

Kontrollieren Sie die Passform regelmäßig und besonders nach Wachstumsschüben. Auch ein äußerlich gut erhaltener Schuh kann innen bereits zu kurz sein. Eine allgemeine Messanleitung mit Druckvorlage finden Sie auf der Seite Kinderfüße richtig messen. Aktuelle Modelle können Sie unter D.D.step Lauflernschuhe vergleichen.

Häufige Fragen

Darf ein Lauflernschuh eine Nummer größer sein?

Die Größenangabe allein sagt wenig aus. Entscheidend ist die gemessene Innenlänge. Zu viel zusätzlicher Raum kann ebenso stören wie ein zu kurzer Schuh.

Soll mit oder ohne Socken gemessen werden?

Messen und probieren Sie mit den Socken, die später überwiegend getragen werden. Dicke Wintersocken verändern das benötigte Volumen deutlich.

Kann ein gebrauchter Lauflernschuh weitergegeben werden?

Nur wenn Sohle, Fersenbereich und Innenmaterial nicht einseitig verformt oder stark abgelaufen sind und die Passform zum neuen Träger passt.

Fazit: Für die richtige Größe zählen gemessene Fußlänge, passende Zugabe, ausreichende Breite und eine echte Laufprobe. Die aufgedruckte Schuhgröße ist lediglich der Ausgangspunkt.

Stand: Juli 2026

Redaktion: D.D.step Deutschland

Grundlage: Herstellerangaben, modellspezifische Größentabellen und eigene Produktdaten.